Der neue MEC-Band zu Britannien und Irland

von Ursula Kampmann

24. August 2017 – Es gibt wenige Bücher, die ich als ein absolutes „Muss“ für jede numismatische Bibliothek bezeichnen würde. Der MEC ist eines davon. MEC steht für Medieval European Coinage, und jeder einzelne Band davon ist eine Art Zusammenfassung des gesamten Wissens, das derzeit zu den mittelalterlichen Münzen bestimmter Gebiete existiert. Er setzt sich zusammen aus einer umfangreichen Abhandlung des aktuellen Stands der Forschung sowie einem bebilderten Katalog, mit dem sich jede mittelalterliche Münze bestimmen lässt. Der MEC ist eine Art Basic wie der RIC oder der Jaeger. Wer den MEC daheim hat, muss keine mittelalterliche Münze unbestimmt lassen.

Rory Naismith, Medieval European Coinage, Band 8, Britain and Ireland c. 400-1066. Cambridge University Press, Cambridge 2017. Gebunden. Fadenheftung. 866 S., davon 60 sw Tf. 246 x 189 mm. ISBN-13: 9780521260169. 150 Pfund.

Rory Naismith, Medieval European Coinage, Band 8, Britain and Ireland c. 400-1066. Cambridge University Press, Cambridge 2017. Gebunden. Fadenheftung. 866 S., davon 60 sw Tf. 246 x 189 mm. ISBN-13: 9780521260169. 150 Pfund.

Zumindest für die Gebiete, die derzeit durch den MEC abgedeckt werden. Das ist das frühe Mittelalter, der erste Band der Reihe, der bereits 1986 erschienen ist. Es folgte mehr als ein Jahrzehnt später Band 14 mit den Münzen Süditaliens, Siziliens und Sardiniens. Fünf Jahre später wurde Band 6 zur Iberischen Halbinsel veröffentlicht. Und 2016 gab es gleich zwei Neuerscheinungen: Band 12 Norditalien, den wir in der MünzenWoche kürzlich vorstellten, und nun Band 8 mit den Münzen Britanniens und Irlands, der die Jahre zwischen etwa 400 und 1066 abdeckt.

Verantwortlich zeichnet Rory Naismith, der in Cambridge mittelalterliche Geschichte Britanniens lehrt. Sein wissenschaftliches Interesse gilt vor allem den Anglosachsen und ihren Nachbarn. Dabei ist er auf Münz-, Geld- und Wirtschaftsgeschichte spezialisiert, ohne die zeitgenössischen Urkunden zu vergessen, für die er sich besonders interessiert. 2012 publizierte er ein Buch mit dem Titel Money and Power in Anglo-Saxon England: the Southern English Kingdoms 757-865, das die International Society of Anglo-Saxonists mit dem Best First Book prize 2013 auszeichnete. Muss man mehr sagen? Das MEC-Team hat einen noch relativ jungen, aber hochqualifizierten Autor für die Publikation gewonnen.

Auch dieser Band des MEC ist wie all die anderen Bände aufgebaut. Vorausgeschickt ist ein historischer Überblick zum Gesamtgebiet, dem ein Überblick zur Geldgeschichte folgt. Es folgen die einzelnen Kapitel, die die Münzen zunächst chronologisch, dann nach Gebieten und Königreichen abhandeln. Jedes Kapitel ist wieder eingeteilt in eine historische Einführung, einen Überblick zur Literatur und in die genaue Beschreibung der Münzprägung mit allen wissenschaftlichen Fragestellungen.

Dem theoretischen Teil folgt der Tafelteil, der alle Stücke der umfangreichen Cambridge-Sammlung, die auf Philip Grierson zurückgeht, auflistet. Die Fotos sind wesentlich besser und kontrastreicher als im letzten Band. Man kann diesmal die Details gut erkennen. Die Beschreibungen sind detailliert wie immer.
Was soll man noch mehr sagen über ein Buch, das eigentlich gar nicht besprochen, sondern nur gekauft werden muss? Es handelt sich um das, was das schwarze T-Shirt im Kleiderschrank ist, ein Essential, an dem niemand vorbeikommt, der gelegentlich mit mittelalterlichen Münzen zu tun hat.

Der neueste MEC kann für 150  Pfund bei Cambridge University Press bestellt werden.

Übrigens, Cambridge University Press offeriert auch alle anderen Bände des MEC. Wenn Ihnen also einer entgangen sein sollten, zögern Sie nicht, ihn möglichst bald nachzubestellen.

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