Münzumgestaltung: Eine ehrwürdige Tradition...

von Annika Backe

22. Dezember 2016 – Große Kunst braucht nicht immer viel Fläche, sondern findet sich auch auf sehr kleinem Raum. Das wissen alle, die sich für Numismatik begeistern. Nicht alle aber kennen Kunstwerke, wie sie Shaun Hughes aus Essex herstellt. In stundenlanger Kleinarbeit schafft er aus zumeist amerikanischen Münzen etwas völlig Neues.

Nachdem Hughes 15 Jahre lang auf die Reparatur von Schmuck spezialisiert war, fing er an, Münzen mit floralen Motiven zu verzieren, wie diesen Lincoln Cent. Entweder das Porträt selber…

…oder den Hintergrund, hier zu sehen an einem Jefferson Nickel.

Originelle Neuschöpfungen ergeben sich, wenn der 53-Jährige große Persönlichkeiten der Weltgeschichte beispielsweise mit einem Koi-Karpfen kombiniert.

Mittels modernster Graviertechnik werden unter dem Mikroskop auch Filmfiguren dargestellt, wie hier aus dem Film „V wie Vendetta“. 

Und so, wie auf diesem 1 Penny-Stück von 1899, hat man einen Star Wars Stormtrooper sicher noch nie gesehen.

Fantasy-Fans dürften an diesem Silber-Florin Georgs V. Gefallen finden.

Eher eine erwachsene Zielgruppe spricht Hughes mit dieser Hello Kitty-Adaption an.

Dieses polnische 50 Zloty-Stück zieht nicht nur an Halloween alle Blicke auf sich.

Auch kleine Veränderungen können eine erstaunliche Wirkung haben.

Ebenfalls wie eine Majestätsbeleidigung wird überzeugten Royalisten diese Kreation vorkommen.

Anleihen an M. C. Escher nahm Hughes für diesen Silberdollar 1921.

Und auf diesem Vierteldollar verewigt Shaun Hughes den am 21. April 2016 verstorbenen Musiker Prince. 

Mit seinen Kunstwerken stellt sich Hughes in die Tradition der sogenannten „Hobo Nickels“. Während der Wirtschaftskrise in den USA der 1930er fingen immer mehr Menschen an, Münzen mit oft provisorischem Werkzeug neu zu gestalten. Dies geschah zum Zeitvertreib oder um damit eine Mahlzeit oder einen Schlafplatz zu „bezahlen“. Leicht verfügbar und von einer besonders harten Oberfläche, war der Buffalo Nickel mit seinem Indianerkopf auf der Vorderseite bei den Hobos genannten Wanderarbeitern zum „Münzschnitzen“ besonders beliebt. 

Heute entdecken immer mehr Künstler diese Kunstform für sich. Und unter den Münzsammlern finden ihre Kreationen eine immer größere Fangemeinde, die mit Spannung auf die nächsten Unikate „ihres“ Künstlers warten.

Wir danken Shaun Hughes für die Erlaubnis, Bilder seiner Münzen zu zeigen. 

Shaun Hughes finden Sie auf Instagram und der Seite shaun750.deviantart.

Die Arbeitsschritte nachvollziehen können Sie anhand dieser Videos auf YouTube.

Shaun Hughes bietet seine Arbeiten auf eBay an.

Hier finden Sie die Internetauftritte der Original Hobo Nickel Society and der Love Token Society.

Und was passiert, wenn „Volkskunst“ auf Banknoten trifft, zeigt Ihnen dieser Artikel der MünzenWoche.

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